DAS LEBEN DER NONNEN ...


TAGESABLAUF:

Benedikt gibt dem Gebet den Vorrang und betrachtet alle andern Aktivitäten als zweitrangig. Er nennt es das Gebet "Opus Dei", was Gottesdienst bedeutet. Das Stundengebet bildet die Struktur des ganzen Tages.

DIE VIGIL:

Die Vigil ist der erste Gottesdienst des Tages. Danach folgt im Skriptorium die "Lectio divina", eine Meditation oder Bibellesung mit drei Akzenten: Lectio (Lesung) - meditatio (Betrachtung) - oratio (Gebet).

 

In einer ersten Zeit wird ein Bibeltext gelesen. Als zweites wird er überdacht und reflektiert um ganz in dessen Aussage einzudringen. In einer dritten Phase wird die Lesung im Gebet zusammengefasst und gibt dem Wort Gottes eine Antwort die aus der Herzenstiefe aufsteigt.

LAUDES & EUCHARISTIEFEIER:

Die Laudes und die Eucharistiefeier bilden das Zentrum des Tages. Die Feier, von Jesus Christus eingesetzt, wird in der Kirche als Dankgottesdienst zur Erinnerung an das Leiden und die Auferstehung, zelebriert.

Danach finden sich die Schwestern im Kapitelsaal zusammen. Dieser Name ist bezeichnend, denn hier wird ein Kapitel aus der Regel des heiligen Benedikt gelesen. Danach kommentiert die Äbtissin den vorgetragenen Teil oder es wird ein spirituelles Thema behandelt dem auch verschiedene praktische Anweisungen folgen können.

TERZ, SEXT, NON :

Die Terz wird vor der festgelegten Arbeit gesungen. Diese Arbeitszeit dauert bis zur Sext.

 

Während dem Körper Nahrung zugeführt wird, nährt sich die Seele durch das Anhören, einer spirituelle Lesung ( Tischlesung RB 38,1). Die fleischlose Ernährung ist eine Besonderheit, die dem Orden der strickten Observanz eigen ist.

Wie am Morgen, so geht der Arbeit am Nachmittag ein Gottesdienst voraus, die Non. In der Regel 48.8 wird erwähnt: " Denn sie sind wahrhaftig Mönche, wenn sie wie unsere Väter und die Apostel von der Arbeit ihrer Hände leben."

Die Haupteinnahmequelle der Schwestern des Fille-Dieu ist die Hostienbäckerei. Produkte anderer Klöster werden ebenfalls verkauft: Karten, Ikonen, verzierte Kerzen...
Hinzu kommt die Aufnahme von Besuchern und Exerzitiengästen.

Vergessen wir dabei nicht, wie wichtig das gute Funktionieren des klausurierten Lebens ist. Die Hausarbeiten müssen verrichtet, der Gemüse und der Obstgarten gepflegt, die jungen Schwestern geformt, die Alten und Kranken gepflegt werden. All das sind wichtig, zusätzliche Aufgaben.

 

In der monastischen Tradition sind Arbeit und Gebet (ora et labora) nicht zwei Geleise ohne Bezug, vielmehr verflechten und durchdringen sie sich.

"Damit das Gebet echt ist, musst du durch die Härte der Arbeit gehen. Würdest du in einer Überfülle der Entspannung leben, wärst du unfähig, Fürbitte zu leisten. Dein Gebet wird vervollständigt, wenn es in Einheit mit deinen Bemühungen steht." (Regel von Taizé)

AM ENDE DES NACHMITTAGS, DER VESPERGOTTESDIENST

Diese Gebetszeit versammelt die Gemeinschaft nochmals zum Gottesdienst, zum Lob und Gebet.

Nach dem Nachtessen bleibt bis zur Komplet nochmals eine stille Zeit zur Lesung (lectio divina).

DER TAG ENDET MIT DEM OFFIZIUM DER KOMPLET


LDie Verbindung vom Tagesverlauf zur nächtlichen Ruhe, schafft die Komplet. Danach beginnt die Zeit der grossen Stille bis zum Kapitel des folgenden Tages.


HOME


www.Fille-Dieu.ch