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Dies war ein langer und dornenvoller Weg.
Vorerst sind die verschiedenen Reformen zu nennen, die gefragt waren, um den Forderungen der strickten Observanz gerecht zu werden. In einer ersten Etappe, ordnete Mère Lutgarde Veränderungen des Gesangs, der Klausur und der Rekreation an.
Zudem führte sie Pfortenschwestern (Tourières) ein. (Diese betreuten den "Tour", ein zylinderförmiger, drehbarer Kasten, der in die dicken Mauern eingelassen war. Er diente dazu, Gegenstände in das Innere des Klosters zu befördern). Diesen Schwestern kam die Aufgabe des Empfangs zu und sie schafften die Verbindungen mit der Aussenwelt.
In einer zweiten Phase schlug Mère Lutgarde den Verzicht auf Fleisch vor (anhaltende Abstinenz). "Auf das Fleisch vierfüssiger Tiere sollen alle verzichten, ausser die ganz schwachen Kranken" (Benediktus-Regel 39.11).
Ebenso sah man die Einrichtung eines gemeinsamen Schlafsaals vor.
Während alle Schwestern dieser Reform zustimmten, sahen die kirchlichen Obern die Annäherung an die strickte Observanz nur sehr ungern.
Diese Opposition war das grösste Hindernis und konnte erst nach mühseligen Verhandlungen überwunden werden.
Inzwischen schlossen sich 1892 drei Kongregationen zusammen, um einen eigenständigen Orden zu gründen. Dieser Orden der reformierten Zisterzienser von ‚Notre Dame de la Trappe' (1893 anerkannt), nannte sich ab 1902 Zisterzienser-Orden der strickten Observanz (OCSO).
Im Verlauf eines Generalkapitels des neuen Ordens, das in Sept-Fons (Frankreich) tagte, wurde das Fille-Dieu einstimmig unter die Obhut des Ordens genommen. Mère Lutgarde sah sich in ihren Bemühungen unterstützt, auch ihre Umgebung, im Besondern Marguerite Bays, ihre Patin (1815-1879/ Seligsprechung 1995) halfen mit.
Das Ziel erreichte sie im Jahre 1906. Man erteilte dem Fille-Dieu die rechtliche Zugehörigkeit zum Orden der
strickten Observanz und der Abt von Oelenberg (Elsass) war mit der Aufgabe betraut, den Schwestern als Vater Immediat beizustehen. Seit 1920 ist der Abt von Sainte Marie-du-Mont-des-Cats (Nordfrankreich), diesem Amt verpflichtet.
Die Reform des zweiten vatikanischen Konzils (1962-1965) erforderte wiederum tiefgreifende Veränderungen. |
Jeder Äbtissin wurde die Befugnis eingeräumt, ihrer Gemeinschaft bezüglich der Lebensform, mit Tatkraft und eigenständiger Verantwortung vorzustehen. Um den weiten, kulturellen Eigenheiten zu entsprechen, denen die Klöster -auf der ganzen Welt verstreut- gerecht werden sollten, legte das Generalkapitel von 1969 das pluralistische Prinzip fest.
Zudem liess man die Unterschiede, die noch zwischen Chor- und Laienschwestern herrschten, fallen.
Im Fille-Dieu machte der lateinisch gesungene, gregorianische Gesang, dem mehrstimmigen Gesang im byzantinischen Stil Platz.
Nur einige der schönsten lateinischen Gesänge wurden als Erbgut beibehalten.
Der Rhythmus des Tagesplans wurde den Bedürfnissen der Abtei angepasst.
Der Verein der Freunde de la Fille-Dieu unterstützt seit 1987 die Anstrengungen der Abtei, die Kirche zu restaurieren und das Kloster neu auszustatten.
Um im Kirchenschiff die ursprüngliche Länge und Weite zurückzugewinnen, begannen im Jahre 1990 die Restaurierungs- und Umbauarbeiten.
Die Veränderungen von 1873 und von 1906-1914 wurden aufgehoben und bereinigt. Im Laufe der Arbeiten war es möglich, die vorgesehene Restauration den archäologischen Entdeckungen gemäss anzupassen. So wurde das Formgefüge der Decke den Spuren der ersten Decke entsprechend eingegliedert.
Sechshundert Jahre nach der ersten Weihe, erstrahlte die Abteikirche neu und am 31. August 1996 fand die Kirchweihe statt.

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