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Nach der Wahl einer neuen Äbtissin gelang der Durchbruch der Reform. Ein Hauptmerkmal dieses Umbruchs war die Wiedereinführung der Klausur. Zu diesem Zweck wurden Veränderungen in der Kirche vorgenommen und im Jahre 1613 errichtete man eine grosse Klostermauer.
1695 wurde der Westflügel des Klosters wieder aufgebaut. Ein Brand (1726) veränderte den Plan der Abtei wesentlich
In ernstem Barockstil fanden neue Konventsgebäude im Norden der Kirche ihren Platz. Nur der Flügel aus 1695, der heute ein Teil des Gästehauses bildet, besteht noch auf der Südseite.
Nun gab es eine Zeit der Blüte, die bis ca. 1730 dauerte, der aber eine Periode schwerer Verschuldung folgte. Sicher versuchte die Gemeinschaft die finanzielle Lage durch neue Aktivitäten zu verbessern, doch gelang es nicht, den Niedergang zu verhindern. Das ‚Fille-Dieu' musste sich an die Regierung wenden und verkaufte 1776 einen Teil der Liegenschaft.
In der Zeit der helvetischen Republik (1798 - 1803) und in der Periode des radikalen Regiments nach dem Sonderbundkrieg (1848 - 1856) stürzte das Fille-Dieu erneut in eine finanzielle Krise.
Zudem wurde die Abtei Hauterive, das Mutterkloster des ‚Fille-Dieu' (seit der Aufhebung von Hautecrêt 1536), in der Folge des Sonderbundkrieges, im Jahre 1848 aufgelöst. Zur gleichen Zeit drängte der Staat die ehrwürdige Abtei an den Rand des Abgrunds, indem das Noviziat aufgelöst und das Kloster so zum Aussterben verurteilt wurde.
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Doch nachdem 1856 die Konservativen wieder an die Macht gelangten, öffnete das Noviziat die Türe von neuem.
1860 bewohnten elf Chorschwestern und fünf Laienschwestern das Kloster. Da Hauterive aufgehoben war, kam das Fille-Dieu unter die Juridiktion des apostolischen Nuntius. Nach der Ausweisung desselben (1874), im Verlauf des Kulturkampfes, wurde es unter die Gerichtsbarkeit des Bischofs von Lausanne und Genf gestellt (seit 1925 Bistum von Freiburg/Lausanne/Genf).
Der Jesuit Pierre Hartmann (1887 gestorben) wurde 1870 durch den Bischof Marilley zum Spiritual für das Fille-Dieu bestimmt.
Der Bischof beauftragte ihn, das Kloster zu retten. Dieses war einmal mehr bedroht, dem Ruin zu zerfallen.
Das dynamische Projekt, das Gästehaus im westlichen Drittel des Schiffs der Konventskirche einzugliedern, führte man im Jahre 1872/73 aus.
Man erhöhte die Kirchenmauern, setzte Stockwerkbalken ein und deckte das Gebäude mit einem neuen Dach.
So wurde das Gebäude von 1696 um einen Drittel verkleinert, was einen grossen Gewinn an Lichteinfall für die Einrichtungen des Gästehauses erbrachte.
Durch die Aufhebung von Hauterive zerrissen die Bande, die das Fille-Dieu an den Orden von Cîteaux knüpften. Das Kloster unternahm deshalb mehrere Vorstösse, um erneut voll dem Orden eingegliedert zu werden. Nach unfruchtbaren Versuchen im Orden der allgemeinen Observanz, wendete sich das Fille-Dieu, durch die Äbtissin Lutgarde Menétrey (1883-1919) geleitet, dem Orden der strickten Observanz zu.
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